Reiner Geißdörfer (Tenor), Robert Eller (Tenor),
Harald Stark (Bass), Maximilian Benker (Bass), Michael Albert (Bass)
Schwäbisches Tagblatt
"Gräber, Grüfte und morsches Gebein" lautete das Motto des abendlichen Streifzugs
durch die Romantik: Da ließ Franz Schubert kalten Mondschein ins Grab fallen, da
schlugen beim Geistertanz die Hunde an und Raben flogen auf, und Silcher schilderte
den im Kyffhäuser schlafenden Barbarossa, dem der Bart durch die Tischplatte wächst
vom Carus-Quintett mit raunendem Piano inszeniert.
Das Quintett (Reiner Geißdörfer und Robert Eller, Tenor; Harald Stark, Maximilian Benker
und Michael Albert, Bass) zeigte seine Begabung für sonore, dunkel grundierte
Klangbilder (hat doch der Namensgeber, der Dresdner Arzt und Philosoph Carl Gustav Carus,
stimmungsvolle, oft schaurige Landschaften im Stile Caspar David Friedrichs gemalt).In dem
anderthalbstündigen a-cappella-Programm kamen neben der beredten Gestaltung und sicheren
Intonation weitere Vorzüge des Quintetts zu Gehör: der massive, ausgewogene Ensembleklang,
die farbige Basstiefe und der noch in der Diskantlage niemals scharfe oder kopfige, sondern
immer kernige Tenor.
FLZ - Fränkischer Sommer
Es gibt ja Qualitäten, die von der Masse unabhängig sind. Als da wären: akkurate Textverständlichkeit, sichere Intonation, feine Wortausdeutung, geschmeidige Tenöre, samtdunkle Bässe, homogener Ensembleklang, emphatische Intensität, berührende Leidenschaftlichkeit, das aber bei großem Stil-Gespür alles Eigenschaften, die einem normalerweise bei Männergesangvereinen nicht gleich einfallen.
Reiner Geißdörfer, Robert Eller, Harald Stark, Maximilian Benker und Michael Albert ergeben zusammen freilich so etwas wie Miniatur-Luxus-Ausgabe eines Männerchores. Wer das Carus-Quintett hört, begreift, welche Schönheiten dieses Gebiet des Chorgesanges bereit hält, sei's nun bei Schumann, Silcher, Hassler, di Lasso,
Poulenc, Vaughan Williams, Reger oder Grieg - Facetten der Liebe, helle und dunkle: beim Carus-Quintett glühen sie auf. Todtraurig, beglückt, schwärmerisch, unbekümmert gewitzt, wehmütig verschattet - das Carus-Quintett hat viele Töne und Tonfälle. Immer die richtigen. Keine kleine Kunst.
Bewertung unserer "Silcher
CD" bei Amazon:
Fantastisch, erholsam, schoen, 15. April 2001
Rezensentin/Rezensent: Rezensentin/Rezensent
aus Missouri, USA
Habe diese CD als Geschenk von Freunden aus Tuebingen bekommen. Es ist
superfantastisch, die Lieder sind schoen und zugleich aufmunternd und erholsam.
Die Artikulation ist besonders gut, so dass man die Woerter wirklich versteht
und musikalisch sind sie auch sehr sensibel gesungen, ohne zu sehr in die
Romantik einzutauchen. Vor allem fand ich gut, dass oft-verachtetes deutsches
Kulturgut nochmal ins Leben gerufen wird auf vernuenftige Weise. Ich hoere die
CD ungefaehr einmal in der Woche und es wird nicht alt.